Brauchen wir mehr Europa?

Wer geglaubt hat, die Zukunft Europas sei nach der langen Verfassungsdebatte erst einmal ad acta gelegt, sah sich diesen Sommer eines Besseren belehrt. Kaum kam die Krise, wurden auch die Rufe nach „mehr Europa“ wieder lauter: „Wirtschaftsregierung“, „Euro- Parlament“ – oder mit noch mehr Pathos in der Stimme – „die Vereinigten Staaten von Europa“. Das nervt gelegentlich diejenigen unter uns, die sich eine Zukunft mit „weniger Europa“ wünschen würden.

Doch seien wir ehrlich: die Euro-Krise hat nicht der Euro verursacht. Die Gemeinschaftswährung ist gerade aus deutscher Sicht eine Erfolgsgeschichte. Wir haben es aber versäumt, der erfolgreichen Finanzunion eine starke politische Union zur Seite zu stellen. Ohne eine gemeinsame Wirtschaftspolitik sind wir gemeinsam in die Verschuldungsfalle gelaufen. Wir brauchen daher künftig mehr – nicht weniger – politische Abstimmung in Europa. Ich bin kein Freund großer Worte, doch von mir aus nennen wir das Ding am Ende auch „Wirtschaftsregierung“.

Gewiss wird diese wie auch immer geartete Instanz vom Parlament kontrolliert werden müssen. Von der Einführung eines dezidierten „Euro-Parlaments“ halte ich jedoch wenig. Wir müssen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen – insofern freut mich die aktuelle Debatte durchaus. Schreiben Sie mir, twittern Sie oder sprechen Sie mich an! Wie sehen Sie die künftige Rolle Europas? Ich freue mich über Ihren Input.

Die Themen: „Gehen wir Baden?“ – unser Dossier zum Euro in der Krise, meine Wahl ins Präsidium der CDU Baden-Württemberg und der Galileo Malwettbewerb für Kinder.