Caspary für Schulobst aber gegen europäisches Schulobstprogramm

Caspary: Frage sollte vor Ort angegangen werden

Der nordbadische Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU) wendet sich gegen das Schulobstprogramm der EU-Kommission. “ Ich wünsche mir wirklich, dass unsere Kinder wieder mehr Obst essen. Wenn es hilft, trage ich das Obst auch gerne selbst in die Schule. Nur: ich sehe nicht, wie eine weitere zentralistische Kampagne den Durchbruch bringen soll“ , so Caspary. Übergewicht in Europa sei ein schwerwiegendes Problem, aber eines, dass vor Ort angegangen werden sollte. „Schulleiter, Lehrer und Eltern sind hier gefragt, nicht Beamte in Brüssel. Diese Kampagne schießt den Apfel nicht vom Kopf“ , folgert der Europaabgeordnete. Seit Jahren kämpfe Brüssel mit Werbeverboten, Aufklärungskampagnen und Ernährungsberatungen gegen den Trend der Übergewichtigkeit bei Kindern – und wenig Erfolg. Dies zeige, dass nur ein Ansatz vor Ort Erfolg versprechend sei, so Caspary.

Hintergrund:
Die EU-Kommission möchte Kinder zum Verzehr von Obst anregen und zieht die Spendierhosen an: ab kommendem Sommer soll jedes Schulkind im Alter von 6 bis 10 Jahren eine Frucht pro Woche bekommen. Nötig dafür sind nach Berechnungen der Kommission jährlich 90 Millionen Euro. Das Parlament hatte sich letzte Woche hinter den Vorschlag gestellt und möchte sogar noch weiter gehen: 500 Millionen Euro seien nötig, damit jedes Kind täglich in ein frisches Stück Obst beißen kann.