Vorbereitung des G7-Gipfels (Aussprache) (2)

Daniel Caspary (PPE ). – Frau Präsidentin! Fünf Millionen mehr Jobs als 2013 haben wir heute in der Europäischen Union, und viele davon sind wegen und dank der Globalisierung entstanden. Auf der anderen Seite haben wir im Moment Hunderttausende in Sorge, zum Beispiel im Stahlbereich, auch wegen der Globalisierung. Deswegen ist meine Bitte: Nutzen Sie den G7-Gipfel, um die Chancen zu vergrößern und die Risiken zu verringern, damit wir auch in Zukunft eine positive Stimmung gegenüber der Globalisierung in unserer Europäischen Union haben.

Warum? Nehmen wir mal das Beispiel China. Wir haben im Moment eine Milliarde Handelsvolumen am Tag zwischen der Europäischen Union und China. Das ist auf der einen Seite ein riesiger Markt für uns und auf der anderen Seite ein wichtiger Lieferant von Waren und Vorprodukten für unsere Seite. Wegen China sind auf der einen Seite viele Arbeitsplätze entstanden, ja, aber auf der anderen Seite haben viele Arbeitnehmer deswegen auch Sorgen: Halten die sich an die Regeln? Machen die nicht alles platt durch unfaire Handelspraktiken wie zum Beispiel bei Schuhen, Solarzellen oder jetzt im Stahlbereich? Wie gestalten wir unsere Beziehungen zu China und anderen wichtigen Partnern?

Deswegen meine Bitte: Nutzen Sie die Gelegenheit des G7-Gipfels, um mit den internationalen Partnern Regeln der Globalisierung zu gestalten und über sie zu sprechen, damit wir weiter viele neue Jobs und weniger neue Sorgen in Europa haben.

Ich wünsche mir auf der einen Seite, dass wir die offenen Märkte haben. Aber ich wünsche mir, dass wir auch in Zukunft Industriearbeitsplätze in Europa haben. Und deswegen: Freuen Sie sich weiter, Herr Kommissionsvizepräsident, wenn aus alten Industriebrachen neue Büros entstehen. Aber bitte, arbeiten Sie auch daran, dass Industrien in Europa überleben können und auch neue Industriearbeitsplätze in Europa entstehen können, weil sonst unser Wohlstand bedroht ist.