Die Internationalisierung europäischer KMU

Aufgrund der Globalisierung erhalten KMU zunehmend Konkurrenz aus anderen Ländern, unter anderem auch aus Schwellenländern außerhalb der EU. Darin liegen sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, Wachstum sicherzustellen und die Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen zu fördern, müssen sich KMU an internationalen Aktivitäten beteiligen (z. B. Import, Export, ausländische Direktinvestitionen, Auftreten als ausländischer Nachunternehmer oder Nutzung ausländischer Nachunternehmer). Doch nur ein kleiner Anteil der europäischen KMU betätigt sich im Handel mit Drittländern, obwohl sie mehr als 90 % der EU-Unternehmen ausmachen; nur 29 % der KMU in der EU führen Produkte ein (davon 50 % aus Ländern außerhalb des Binnenmarktes) und nur 25 % der KMU in der EU führen Produkte aus (davon 50 % in Länder außerhalb des Binnenmarktes)(1).

1. Die KMU kennen die staatlichen Unterstützungsprogramme wie das Enterprise Europe Network oder Informationsquellen wie die Marktzugangsdatenbank und den Export-Helpdesk nicht gut genug. Welche konkreten Maßnahmen plant die Kommission, um die KMU besser über die verfügbaren Werkzeuge und Programme zu informieren?

2. Wie wird die Kommission sicherstellen, dass sicherheitsbezogene Anpassungen und Änderungen am Modernisierten Zollkodex nicht den bestehenden vereinfachten Verfahren widersprechen und zu Wettbewerbsnachteilen führen?

3. Welchen Mehrwert bringen die EU-Infostellen für Unternehmen bei der Förderung der Internationalisierung der KMU gegenüber den im Ausland bestehenden Strukturen (wie z. B. der Europäische Auswärtige Dienst, bilaterale Handelskammern oder nationale Wirtschaftsorganisationen) und wie soll Doppelarbeit vermieden werden? Welche Initiativen ergreift die Kommission, um mithilfe von Handelskammern und anderen Strukturen geschäftliche Verbindungen zwischen europäischen und ausländischen KMU aufzubauen?

4. Die öffentliche Auftragsvergabe in Drittländern stellt einen wichtigen Markt für europäische KMU dar (oft macht sie zwischen 10 und 15 % des BIP aus). Doch häufig beschränken Drittländer den Zugang für Unternehmen aus der EU, insbesondere für KMU. Welche Maßnahmen beabsichtigt die Kommission zu ergreifen, um den Zugang von KMU zum öffentlichen Auftragswesen in Drittländern zu verbessern?

5. Unterschiedliche Produktnormen stellen oft ein Hemmnis für den internationalen Handel dar. Gerade KMU verfügen häufig nicht über die Mittel, ihre Produkte an die Erfordernisse ausländischer Märkte anzupassen. Auf welche Weise berücksichtigt die Kommission die spezifischen Bedürfnisse von KMU bei der Förderung der Konvergenz der Standards auf internationaler Ebene?

(1) Quellen: „Internationalisierung der europäischen KMU“, Abschlussbericht, Europäische Kommission, 2010, http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/market-access/files/internationalisation_of_european_smes_final_en.pdf