Fangnetze für Vögel in Ägypten und Malta

Jährlich verlässt eine Vielzahl von größeren und kleineren Vögeln Europa und fliegt Richtung Afrika in die Winterquartiere.

In Ägypten stehen vom Nildelta fast die ganze Nordküste entlang bis zu 700 km Netze, in denen sich insbesondere kleinere Singvögel verfangen und sterben.

Die so gefangenen Vögel werden dort zum Verkauf und zum Verzehr gefangen.

Auch im EU-Mitgliedstaat Malta gibt es derartige Fangpraktiken.

Kann die Kommission in diesem Zusammenhang folgende Fragen beantworten:
1. Ist der Kommission bekannt, ob durch solche Fangpraktiken europäische Vogelarten vom Aussterben bedroht werden?
2. Sind solche Fangpraktiken in den Ländern Ägypten und Malta legal?
3. Gibt es seitens der EU Möglichkeiten, sich beispielsweise aufgrund von bestehenden Verträgen gegen diese Fangpraktiken einzusetzen?

Antwort

Antwort von Herrn Vella im Namen der Kommission: 1. Die Nutzung biologischer Ressourcen u. a. in Form des illegalen Bejagens von Vögeln stellt eine der größten Bedrohungen von Vogelarten dar(1). 2. Nach der Vogelschutzrichtlinie der EU(2) ist das großmaßstäbliche und wahllose Fangen wild lebender Vögel, vor allem mit Netzen und Fallen, generell verboten. Unter bestimmten strengen Bedingungen können jedoch Ausnahmen von diesem grundsätzlichen Verbot gewährt werden. Die Kommission überwacht die Anwendung von Ausnahmen vom Fangverbot in den EU-Mitgliedstaaten genau, um sicherzustellen, dass sie der Richtlinie nicht zuwiderlaufen, und hat Maßnahmen (einschließlich Rechtsdurchsetzungsmaßnahmen) ergriffen, wenn sich dies als erforderlich erwies. Die Kommission hat gegen Malta ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der in diesem Land angewandten Finkenjagdpraktiken eingeleitet. Der Vogelfang in Ägypten ist eigens in Gesetz Nr. 4/1994 über den Schutz der Umwelt, geändert durch das Gesetz Nr. 9/2009, und den dazugehörigen Durchführungsverordnungen sowie in Gesetz Nr. 102/1983 über Naturschutzgebiete geregelt. 3. In Zusammenarbeit mit dem Berner Übereinkommen über die europäischen wild lebenden Pflanzen und Tiere, Interessenträgern und den Mitgliedstaaten unterstützt die Kommission diverse Maßnahmen, mit denen illegale Tätigkeiten unterbunden werden sollen. Ein entsprechender Fahrplan wurde erstellt(3). Im Jahr 2013 wurde ein Aktionsplan zum Vogelfang an den Mittelmeerküsten Ägyptens und Libyens(4) im Rahmen von AEWA(5) vereinbart, mit dem sichergestellt werden soll, dass der Vogelfang entlang dieser Mittelmeerküsten nachhaltig und auf legale Weise praktiziert wird. Die Kommission hat zudem beschlossen, Tätigkeiten der neuen Task Force gegen illegale Vogeljagd in der Mittelmeerregion zu finanzieren. Die Ausfuhr zahlreicher Vogelarten aus Ägypten (insbesondere von Exemplaren, die in freier Wildbahn erlegt wurden) unterliegt außerdem der strengen Regelung des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen. (1) http://ec.europa.eu/environment/nature/conservation/species/redlist/downloads/European_birds.pdf (2) Richtlinie 2009/147/EG, ABl. L 20 vom 26.1.2010, S. 7.http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32009L0147 (3) http://ec.europa.eu/environment/nature/conservation/wildbirds/illegal_killing.htm V (4) http://www.unep-aewa.org/en/news/international-coordination-meeting-agrees-plan-action-address-issue-bird-trapping-along (5) Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel.