Fortschrittsbericht 2010 über die Umsetzung des Arbeitsprogramms “Allgemeine und berufliche Bildung 2010”

In der an das Europäische Parlament gerichteten Petition Nr. 0720/2004 vom 14. August 2004 wird die Nichtbeachtung des Gender-Mainstreaming bei der Bildungsberichterstattung der EU und die damit zusammenhängende Benachteiligung von Jungen, männlichen Jugendlichen und jungen Männern in der Bildungskonzeption bedauert.

Die Kommission teilte in ihrer Antwort (PE370.050) das Anliegen des Petenten und bestätigte, dass in ihrem Fortschrittsbericht 2010 zur Verwirklichung der Ziele des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“ auch auf Aspekte wie die vom Petenten genannten eingegangen wird.

In diesem Fortschrittsbericht der Kommission (KOM(2009)0640) wurde allerdings keines der Anliegen aus der Petition aus dem Jahr 2004 berücksichtigt.

1. Kann die Kommission angeben, inwiefern die Anliegen der Petition Nr. 0720/2004 im Fortschrittsbericht berücksichtigt werden?

2. Kann die Kommission anführen, wie der Petition anderweitig Rechnung getragen werden kann?

Antwort

Antwort von Frau Vassiliou im Namen der Kommission: Trotz gewisser Fortschritte in den letzten Jahren bestehen in den europäischen Bildungssystemen nach wie vor geschlechtsspezifische Ungleichheiten in Bezug auf Fächerwahl und Leistung sowie in qualitativer Hinsicht. Die Kommission versichert dem Herrn Abgeordneten, dass sie sich weiterhin mit diesem Problem befasst. Sie hat in ihren Berichten auf die ernsten Probleme von Jungen und jungen Männern in den europäischen Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung hingewiesen. Im Entwurf des gemeinsamen Fortschrittsberichts 2010 des Rates und der Kommission über die Umsetzung des Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“(1), auf den sich der Herr Abgeordnete bezieht, heißt es: „Unzureichende Lese- und Schreibkenntnisse, die insbesondere bei Jungen und bei Kindern aus Migrantenfamilien festzustellen sind, verschlechtern die Aussichten für Beschäftigung und persönliches Wohlbefinden erheblich. Zwar haben die meisten Länder spezielle Initiativen zur Förderung der Alphabetisierung ergriffen