Gebühren beim Wechsel von Amateursportlern zwischen nationalen Sportverbänden in der EU

Bei einem — beispielsweise umzugsbedingten — Wechsel von Amateursportlern aus einem nationalen Sportverband in den nationalen Sportverband eines anderen Mitgliedstaates werden innerhalb der EU teilweise sehr hohe Gebühren seitens des Ursprungsverbandes erhoben. Diese stehen zumeist in keinem Verhältnis zu dem mit einem Verbandswechsel verbundenen Verwaltungsaufwand und liegen oft deutlich über den Gebühren, die bei einem Vereinswechsel innerhalb eines Landes fällig werden. Im Gegensatz zu Profisportlern erwachsen Amateursportlern zudem aus einem Verbandswechsel grundsätzlich auch keine wirtschaftlichen Vorteile, die eine solche Gebührenerhebung möglicherweise rechtfertigen könnten.

In diesem Zusammenhang wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:
1. Hat die Kommission nähere Kenntnisse über die Gebührenerhebung in den oben geschilderten Fällen?
2. Wie bewertet die Kommission die Zulässigkeit derartiger Gebühren im Hinblick auf eine gewünschte Bereitschaft zur erhöhten Mobilität der EU-Bürger?

Antwort

Antwort von Frau Vassiliou im Namen der Kommission: Die Kommission ist sich der Tatsache bewusst, dass Sportvereine in der EU Einschreibungsgebühren für Amateursportler erheben; dies ist auch der Fall, wenn Sportler innerhalb eines Mitgliedstaats oder zwischen verschiedenen Mitgliedstaaten den Verein wechseln. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekte von Transferregeln bei Mannschaftssportarten werden derzeit im Rahmen einer unabhängigen Studie behandelt, die die Kommission im Januar 2012 eingeleitet hat und aus der zusätzliche Erkenntnisse über diese Praxis hervorgehen sollen. Die Ergebnisse dieser Studie dürften Ende 2012 vorliegen. Die Kommission möchte daran erinnern, dass im Sportbereich geltende Regelungen, die selbst bei einer von Staatsangehörigkeitsaspekten unabhängigen Anwendung die Freizügigkeit von Sportlern, welche ihre Aktivität in einem anderen Mitgliedstaat fortsetzen möchten, einschränken – wie beispielsweise Transferregeln –, nur dann als mit dem EU-Recht vereinbar angesehen werden können, wenn sie für das Erreichen legitimer Ziele notwendig und verhältnismäßig sind. Darüber hinaus weist die Kommission darauf hin, dass Ausbildungsentschädigungsregelungen als mit den Freizügigkeitsbestimmungen der EU vereinbar gelten können, wenn die Entschädigung im Verhältnis zu den tatsächlichen Ausbildungskosten steht.