Spinale Muskelatrophie (SMA)

1. Wie viele Muskelkranke gibt es in Deutschland und Europa, wie viele davon mit SMA?

2. Wie hoch ist die Unterstützung zur Erforschung dieser Krankheiten insgesamt seitens der EU und speziell für SMA, wenn möglich?

3. Wie hoch ist die Unterstützung zur Erforschung dieser Krankheiten insgesamt seitens Selbsthilfegruppen in der EU und speziell für SMA, wenn möglich?

4. Wie hoch ist die Unterstützung für andere Krankheitsbilder wie Krebs, Übergewicht u. Ä.?

5. Wie teilen sich die Gelder auf Grundlagenforschung und klinische Forschung auf?

Antwort

Antwort von Herrn Potočnik im Namen der Kommission: Mit spinaler Muskelatrophie (SMA) wird eine Gruppe von Erkrankungen bezeichnet, welche in mindestens 31 verschiedenen Formen auftreten. Je nach SMA-Typ(1) beträgt die Prävalenz 1:6 000 bis 1:10 000. Daraus ergibt sich eine Zahl von schätzungsweise 77 000 Erkrankten in den 27 EU‑Mitgliedstaaten, davon 15 400 in Deutschland.Über mehrere Rahmenprogramme für Forschung und Technologische Entwicklung hinweg wurde die Erforschung des Nervensystems und insbesondere der neurodegenerativen Erkrankungen, wie z. B. SMA, fortlaufend unterstützt. So wurden im 5. Forschungsrahmenprogramm (RP5, 1998-2002) insgesamt etwa 40 Mio. EUR für die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen bereitgestellt. Im 6. Forschungsrahmenprogramm (RP6, 2002-2006)(2) wurden die Mittel hierfür, vor allem für den thematischen Schwerpunkt „Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienst der Gesundheit“, deutlich aufgestockt. Von den insgesamt für die Hirnforschung bereitgestellten etwa 256 Mio. EUR entfielen über 136 Mio. EUR auf die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen, darunter etwa 40 Mio. EUR auf neuromuskuläre Erkrankungen und Motoneuronerkrankungen, wie SMA. Mit dem 7. Forschungsrahmenprogramm (RP7, 2007-2013)(3) hat die Europäische Kommission die Fördermittel für den Bereich der neurodegenerativen Erkrankungen nochmals erhöht. So wurden die im Rahmen der ersten drei Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen ausgewählten Forschungsvorhaben zu neurodegenerativen Erkrankungen mit insgesamt etwa 148 Mio. EUR ausgestattet. 63 Mio. EUR davon wurden speziell für den Bereich der degenerativen neuromuskulären Erkrankungen, wie SMA, bereitgestellt.Neben der Hirnforschung werden über die Maßnahme „Translationale Forschung im Dienste der menschlichen Gesundheit“ des Themenbereichs „Gesundheit“ des RP7 die Grundlagenforschung sowie präklinische und klinische Forschungsvorhaben zu Krebs, Diabetes, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen, ansteckenden und seltenen Krankheiten gefördert. Diese Forschungsarbeiten (mit Ausnahme von Erkrankungen, die mit Erkrankungen des Gehirns in Zusammenhang stehen wurden im Zuge der ersten drei Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für den Bereich Gesundheit mit insgesamt 494 Mio. EUR gefördert. Darüber hinaus wurden aus dem Programm „Lebensmittel, Landwirtschaft und Biotechnologie“ seit dem RP5 etwa 100 Mio. Euro für Untersuchungen über den Einfluss der Ernährung auf Krankheiten wie Diabetes und Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs ausgegeben.Etwa 25 % des für den Bereich „Erkrankungen des Gehirns und verwandte Krankheiten“ im RP7 bereitgestellten Budgets fließen in die Grundlagenforschung, während 75 % für die präklinische und klinische Erforschung von Erkrankungen des Nervensystems ausgegeben werden.Der Kommission liegen keine Angaben zur Höhe der Beträge vor, mit denen Selbsthilfegruppen die Erforschung von SMA unterstützen, da die Überwachung nationaler Aktivitäten im Gesundheitswesen, wie die Forschungsfinanzierung durch Selbsthilfegruppen, in den Verantwortungsbereich der Mitgliedstaaten fällt (Artikel 168 AEUV-Vertrag). Die Kommission erwägt jedoch, auf der Grundlage der Empfehlung des Rates vom 8. Juni 2009 zu einer Maßnahme im Bereich seltener Krankheiten(4) im Zusammenhang mit der Koordinierung der nationalen Pläne für seltene Krankheiten in naher Zukunft Daten zu diesem Thema zu erheben.(1) http://www.orpha.net/consor/cgi-bin/index.php?lng=EN (2) http://ec.europa.eu/research/fp6/index_en.cfm?p=0 (3) http://cordis.europa.eu/fp7/home_en.html (4) ABl. C 151 vom 3.7.2009.