Daniel Caspary übernimmt Patenschaft für Ehefrau von inhaftiertem Anwalt im Iran

Europaabgeordneter: „Menschenrechte nicht auf dem Altar der Nukleardebatte opfern“ / IGFM: Große Symbolik für universell gültige Menschenrechte

Europaabgeordneter: „Menschenrechte nicht auf dem Altar der Nukleardebatte opfern“ / IGFM: Große Symbolik für universell gültige Menschenrechte

Frankfurt / Stutensee (11. September 2013) – Mit der Übernahme der Patenschaft für Masoumeh Dehghan, die Ehefrau des im Iran für 13 Jahre inhaftierten prominenten Menschenrechtsanwalts Abdolfattah Soltani, setzt der Europaabgeordnete, Daniel Caspary (CDU), ein starkes Zeichen für Menschenrechte. „Menschenrechte sind universell und nicht verhandelbar“, so Caspary. Frau Dehghan wurde am 17. November 2012 zu einem Jahr Haft sowie zu 5 Jahren Ausreiseverbot verurteilt, da sie zweimal in Verbindung mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg nach Deutschland reiste; bisher musste sie ihre Haftstrafe jedoch noch nicht antreten. Laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sind Regimekritiker im Iran täglich Diskriminierungen, Misshandlungen ausgesetzt, werden gefangengenommen und viele zum Tode verurteilt.

Masoumeh Dehghan (*17.06.1958) ist pensionierte Lehrerin und Ehefrau des renommierten Menschenrechtsanwalts Abdolfattah Soltani. Sie wird immer wieder von iranischen Behörden verfolgt und drangsaliert. Am 17.11.2012 wurde sie zu einem Jahr Haft sowie einer fünfjährigen Ausreisesperre verurteilt, ohne bei der Urteilssprechung anwesend zu sein. Hintergrund dieses Urteils ist die Tatsache, dass sie 2009 und 2010 nach Nürnberg reiste, um im Namen ihres Mannes, welchem eine Ausreisesperre auferlegt wurde, den Nürnberger Menschenrechtspreis entgegenzunehmen. Schon im Juli 2011 wurde sie ohne Begründung gerichtlich vorgeladen. Man hielt sie für sechs Tage im Evin-Gefängnis in Teheran fest. Sie wurde fast täglich verhört und physisch unter Druck gesetzt. Sie und ihre Familie werden von iranischen Behörden massiv unter Druck gesetzt und überwacht. Masoumeh Dehghan war nie selbst politisch aktiv, sondern setzte sich für zivilgesellschaftliche und humanitäre Ziele ein.

Abdolfattah Soltani ist ein Weggefährte der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi und Mitbegründer des inzwischen verbotenen iranischen Zentrums für Menschenrechtsverteidiger. Aufgrund seiner Arbeit geriet Soltani immer wieder ins Visier der iranischen Justiz, bereits 2005 und 2007 befand er sich in Haft. Am 04.03.2012 wurde er zunächst zu 18 Jahren Haft verurteilt, diese Strafe wurde im Juni 2012 auf 13 Jahre verkürzt.

„Präsident Rohani steht in der Verantwortung des Volkes – er muss das Thema Menschenrechte – und die damit verknüpften internationalen Verpflichtungen – ernst nehmen“, so Caspary. „Frau Dehghan darf nicht kriminalisiert werden – ihr und ihrem Ehemann Abdolfattah Soltani gebührt unser Respekt für ihren Einsatz für Bürger- und Menschenrechte“. Caspary fordert zudem, „die Internationale Gemeinschaft müsse von dem neuen iranischen Präsidenten ein deutliches Bekenntnis für Menschenrechte einfordern “.

Im Rahmen des IGFM-Patenschaftsprogramms engagieren sich prominente Politiker für politische Gefangene im Iran. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin hebt hervor: „Das Schicksal von Masoumeh Dehghan ist ein Beispiel für das Vorgehen der iranischen Behörden gegen Regimekritiker und deren Familien – es gibt hunderte wenn nicht gar tausende von politischen Gefangenen in der Islamischen Republik Iran. Viele von ihnen werden unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten – nicht selten schlimmer als Tiere. Massive physische und psychische Gewalt ist in iranischen Gefängnissen an der Tagesordnung. Eine politische Patenschaft, wie sie von Daniel Caspary übernommen wurde, gibt den vom Regime politisch Verfolgten internationale Aufmerksamkeit und damit Schutz“. Bisher unterstützen über 70 europäische Politikerinnen und Politiker das Patenschaftsprogramm der IGFM.

Zur Lage der Menschenrechte in Iran unter:
www.igfm.de/Menschenrechtsverletzungen-in-der-Islamischen-Republik-Iran.573.0.html

Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte:
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