Europäische Hilfen für Goodyear-Mitarbeiter

Nach Werksschließung: EU stellt rund 2,1 Mio. Euro an Finanzhilfen bereit

„Die Schließung einer Fabrik bedeutet fast immer den Verlust von vielen Arbeitsplätzen und ist ein schwerer Schlag für die gesamte Region“, sagt Daniel Caspary (CDU), nordbadischer Abgeordneter im Europäischen Parlament. Im Oktober 2016 kündigte der US-amerikanische Reifenhersteller Goodyear die Schließung des Werks in Philippsburg an, bereits seit Juli 2017 ist die Produktion stillgelegt. Betroffen sind rund 900 Mitarbeiter, davon rund 300 Ungelernte, für die die Arbeitsplatzsuche oft besonders schwierig ist.

Um zu erfahren, welchen Problemen die Goodyear-Mitarbeiter gegenüberstehen und was ihnen nach der Schließung der Fabrik besonders wichtig ist, trafen sich Dr. Inge Gräßle (CDU), die Nordwürttemberg im EU-Parlament vertritt, und Caspary zum Gespräch mit dem Betriebsratschef des Goodyear-Werks in Philippsburg, Horst Haag.

Gräßle ist als Mitglied des Haushaltsausschusses für den Bericht des Parlaments zur Ausschüttung der Hilfsgelder aus dem Europäischen Globalisierungsfonds (EGF) federführend zuständig. Aus diesem sollen die Mitarbeiter des Philippsburger Werks rund 2,1 Mio. Euro erhalten. „Mir ist es wichtig aus erster Hand zu erfahren, wo aus Mitarbeitersicht die Prioritäten liegen, damit das Geld auch dort ankommt, wo es am dringendsten gebraucht wird“, so Gräßle.

Der EGF soll unter anderem bei der Finanzierung vom Umschulungen und Ausbildungen, Berufsberatung und Coaching helfen. „Herr Haag hat deutlich gemacht, dass vor allem langfristig wirkende Maßnahmen aus Sicht der Mitarbeiter von enormer Bedeutung sind“, zieht Caspary nach dem Gespräch Bilanz. Frau Dr. Gräßle sagte zu, diesen Leitgedanken bei der Erarbeitung des Parlamentsberichts besonders in den Fokus zu rücken.