Grenzüberschreitende Erbschaftsregelung

Caspary: Letzter Hauptwohnsitz ist nun ausschlaggebend für Erbschaftsrecht

Caspary: Letzter Hauptwohnsitz ist nun ausschlaggebend für Erbschaftsrecht

„Erbschaftsfragen sind ohnehin schon ein schwieriges Thema. Deshalb schafft die neue EU-Erbrechtsverordnung nun Klarheit in Fällen, in denen der Verstorbene im Ausland gelebt hat oder der Nachlass sich im Ausland befindet. Hier waren Rechtsstreitigkeiten oft vorprogrammiert“, sagt der CDU-Europaabgeordnete Daniel Caspary.

Nach der Neuregelung, die im August in allen EU-Staaten mit Ausnahme von Großbritannien, Irland und Dänemark in Kraft getreten ist, bestimmt nun der Hauptwohnsitz das anzuwendende Erbrecht, und zwar unabhängig davon, wo sich der Nachlass befindet: Besitzt eine Person mit Hauptwohnsitz in Deutschland beispielsweise ein Ferienhaus-/wohnung in Spanien, ist das deutsche Erbschaftsrecht anzuwenden. Umgekehrt gilt für einen in Spanien lebenden Deutschen nun das spanische Erbschaftsrecht.

Dies ist insofern relevant, als dass das ausländische Erbrecht andere Nachlassregeln als das deutsche Erbrecht enthalten kann. „Dementsprechend ist es wichtig, sich zeitig über die Erbschaftsregelungen des Hauptwohnsitzlandes zu informieren, um nicht im Testament getroffene Verfügungen unwirksam zu machen“, empfiehlt Daniel Caspary.

Ein Überblick der EU-Erbrechtsverordnung ist im Informationsflyer des Bundesjustizministeriums unter http://bit.ly/1Jg1Jc7 zu finden.