Caspary: Mehr Klimaschutz nur über mehr Forschung

Seit 1980 immer weniger Geld für Forschungsbemühungen im Bereich Energie

Seit 1980 immer weniger Geld für Forschungsbemühungen im Bereich Energie

“Mit den derzeitigen technologischen Möglichkeiten und insbesondere dem zu erwartenden Anstieg der Emission von Treibhausgasen in den Entwicklungsländern werden wir unsere ehrgeizigen Ziele im Klimaschutz nicht erreichen”, so Daniel Caspary in einer ersten Reaktion auf die heute im Parlament vorgestellte Mitteilung der Kommission. “Wir brauchen mehr Forschung, stattdessen gehen die Gelder in diesem Bereich jedoch seit 1980 zurück.”, so Caspary weiter. Dies sei eine Entwicklung, die im Zusammenhang mit der Verabschiedung des 7. Forschungsrahmenprogramms unbedingt umgekehrt werden müsse. “Es kann doch nicht sein”, so Caspary weiter, “dass wir die USA immer wieder wegen des Kyoto-Protokoll kritisieren, bei den Forschungsausgaben in diesem Bereich aber hinterherhinken.” Caspary versprach deshalb, sich im Ausschuss für eine Erhöhung der Forschungsgelder einzusetzen.

Das Kyoto-Protokoll ist nach langer Vorlaufzeit nun Mitte Februar in Kraft getreten. Und auch wenn die USA die Vereinbarung nach wie vor ablehnen, so hat der Besuch von Präsident Bush in Brüssel doch eines gezeigt: zumindest das politische Klima zwischen den USA und Europa erwärmt sich. Um die Zusammenarbeit beim Klimaschutz auch ohne Kyoto zu vertiefen, haben beide Seiten eine praktische Kooperation insbesondere auf technologischem Gebiet vereinbart. Mit dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im Jahre 2012 hat nun auch in Brüssel das Nachdenken über die konkrete Gestaltung der Post-Kyoto-Ära begonnen. Dabei treten die praktische Umsetzung und die ökonomische Sinnhaftigkeit der veranschlagten Ziele mehr und mehr in den Mittelpunkt: “Eine Sache an dieser Debatte ist tatsächlich sicher”, so Daniel Caspary, Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie im Europäischen Parlament: “Wenn wir die gesteckten Ziele wirklich erreichen wollen, müssen wir unsere Forschungsanstrengungen drastisch erhöhen.”

Anfang Februar hat die Europäische Kommission deshalb eine Mitteilung an den Rat und das Parlament veröffentlicht, in der sie ihre lang- und mittelfristige Strategie für eine erfolgreiche Bekämpfung der globalen Klimaänderung vorstellt. Darin enthalten ist unter anderem eine Kosten-Nutzen-Analyse, in der sowohl Umweltaspekte als auch Fragen der Wettbewerbsfähigkeit berücksichtigt werden. Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass der Nutzen einer Begrenzung des durchschnittlichen globalen Temperaturanstiegs auf 2 ºC bei weitem höher ist als die Kosten der dafür erforderlichen politischen Maßnahmen.

Das ehrgeizige 2 ºC-Ziel, das der EU-Ministerrat 1996 als Reaktion auf den 2. Bewertungsbericht des internationalen Gremiums für Klimaänderung (IPCC) verkündet hatte, wird nun allerdings in der neuen Mitteilung der Kommission in Frage gestellt: Nach jüngsten Forschungsergebnissen bietet selbst eine Beschränkung der CO2-Konzentraion in der Atmosphäre auf 550 ppm nur eine Chance von 1 zu 6 das gesteckte Ziel zu erreichen. Bei einem weiteren Abstieg auf 650 ppm verringere sich dieser Wert auf 1 zu 16.