Forschung bei CO2-freien Kraftwerken verstärken

Caspary: Bestehende Kraftwerke aufrüsten / Vermeidungskosten senken

Caspary: Bestehende Kraftwerke aufrüsten / Vermeidungskosten senken

Die Europäische Kommission verfolgt die weltweiten Projekte zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CO2) und beteiligt sich aktiv an Projekten zur Verringerung von Kohlendioxid-Emissionen bei europäischen Kraftwerken. Das mittel-und langfristige Ziel, so das Ergebnis einer entsprechenden Anfrage des Europaabgeordneten Daniel Caspary an Energiekommissar Andris Piebalgs aus Lettland, ist das “(nahezu) CO2-emissionsfreie Kraftwerk”. Dieses ehrgeizige Anliegen will die Kommission über die Verbesserung des thermischen Wirkungsgrades erreichen, wobei der CO2-Abscheidung und -speicherung (carbon sequestration) die entscheidende Rolle zufällt. Caspary forderte eine Intensivierung der Forschungsbemühungen auf diesem Gebiet und begrüßte ausdrücklich die entsprechenden Aussagen des Kommissars. Zudem regte er an, sich nicht allein auf den Bau neuer Kraftwerke zu konzentrieren, sondern verstärkt bestehende Kraftwerke aufzurüsten.

Die Kosten der CO2-Abscheidung liegen derzeit zwischen 50 und 60 € je rückgewonnener Tonne – sollen jedoch auf 20 bis 30 € gesenkt werden. “Langfristig müssen wir bei den CO2-Vermeidungskosten allerdings weiter runter”, mahnt Caspary, deutscher Abgeordneter der Europäischen Volkspartei im Europaparlament und Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie, der sich bereits seit längerem mit dem Thema beschäftigt. “Unser Ziel sollte deutlich unter 10 € pro vermiedener Tonne CO2 liegen, um diese Technik auf Dauer wirtschaftlich zu nutzen und uns im internationalen Wettbewerb zu behaupten”.

Weltweit sind derzeit unterschiedliche Projekte zur CO2-Absscheidung und -speicherung in der Erprobungsphase. Eine Plattform zur Förderung der Zusammenarbeit in diesem Bereich bildet das CSLF (Carbon Sequestration Leadership Forum) mit Sitz in Washington D.C., das im Jahr 2003 auf Betreiben der USA ins Leben gerufen wurde. Die Europäische Kommission und 16 der 25 EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland und Frankreich, arbeiten in diesem internationalen Gremium mit, um die gegenseitige Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit besser zu koordinieren. Die CO2-Sequestrierung liefert einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz, indem nämlich Kohlendioxid bei der Umwandlung von fossilen Brennstoffen in Elektrizität abgetrennt und in sichere und beherrschbare Speichereinrichtungen umgeleitet werden soll.

Im aktuellen 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union ist die CO2-Abscheidung und -speicherung bereits als wichtiges Element des mittel- bis langfristigen Energieforschungsziels festgeschrieben und wird mit annährend 70 Mio. Euro gefördert. Auch im anstehenden 7. RP (Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung für den Zeitraum 2007-2010) ist dieses Verfahren eine Priorität der Kommission. Ziel ist es, Abscheideraten von mehr als 90% zu erreichen und die Zuverlässigkeit sowie die langfristige Stabilität der Speicherung zu bewerten. Die Kommission möchte außerdem prüfen, ob im Bereich der Entwicklung sauberer Kohletechnologien ein oder mehrere gemeinsame Unternehmen gegründet werden können, um echte konkrete Fortschritte bei der Errichtung von Demonstrationsanlagen in der EU für eine neue Generation effizienter Kohlekraftwerke und für die Kohlenstoff-Sequestrierung zu erzielen.