Rot-grüner Atomausstieg fordert weiteres Opfer

Caspary: Abschaltung von Obrigheim wirtschaftlich unvernünftig

Caspary: Abschaltung von Obrigheim wirtschaftlich unvernünftig


Der Europaabgeordnete Daniel Caspary, Energieexperte seiner Fraktion im europäischen Parlament, kritisierte die heutige Abschaltung des Kernkraftwerks in Obrigheim als wirtschaftlich unvernünftig: “360 Megawatt, rund 500 Arbeitsplätze und eine enorme Wertschöpfung”, zählt Caspary die Kerndaten der Obrigheimer Anlage auf und fügt hinzu: “aber die Bundesregierung legt einfach den Schalter um und es ist aus. Diese Politik vernichtet Arbeitsplätze, schadet dem Wirtschaftsstandort und bedroht unsere Energieversorgung und den sozialen Zusammenhalt. Was wir brauchen ist eine ausgewogene und nicht ideologisch orientierte Energiepolitik sonst sehe ich schwarz für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Arbeitsplätze.”

Am heutigen Mittwoch wurde das Kernkraftwerk Obrigheim aufgrund des im Atomgesetz festgeschriebenen Kompromisses zwischen der rot-grünen Bundesregierung und den Kraftwerksbetreibern als zweite Anlage nach dem niedersächsischen Stade vom Netz genommen. 2007 soll mit Biblis A eines der leistungsstärkeren Kernkraftwerke folgen, ein Jahr später geht Neckarwestheim 1, weitere vier Jahre danach Philipssburg 1 vom Netz. “Uns fehlen dann in Baden-Württemberg ein Drittel der heutigen Stromversorgung, und Baden-Württemberg ist schon heute Stromimportland”, meint Daniel Caspary, der den Vorschlag von Ministerpräsident Günther Oettinger MdL unterstützt, die Restlaufzeiten der bestehenden sicheren Anlagen zu verlängern.

“Für mich besteht kein Zweifel, dass wir auch im europäischen Kontext in Zukunft verstärkt auf CO2-freie Energieträger setzten werden – die Vorteile liegen ja auf der Hand”, erläutert Caspary und fügt hinzu: “Die erneuerbaren Energieträger werden aber auf absehbare Zeit unsere Energiesicherheit nicht garantieren, deshalb können wir es uns nicht leisten auf die Kernkraft zu verzichten. Andere Staaten wie Finnland, Frankreich oder auch die USA haben das längst erkannt”. Caspary setzt sich deshalb für einen ausgewogenen Mix aus verschiedenen Energieträgern ein, der sich wirtschaftlich rechnen müsse und plädiert ansonsten für verstärkte Forschung bei den nicht-marktreifen Energiegewinnungsmethoden. “Gerade auch im Zusammenhang mit der Debatte um Kyoto in der Atmosphäre sehe ich die friedliche Kernkraft als Zukunfstmodell”, führt Caspary weiter aus und begründet seine Position: “Wenn es uns ernst mit der Vermeidung CO2 in der Atmosphäre ist, führt an der Kernkraft derzeit kein Weg vorbei – die produziert nämlich kein Kohlenstoffdioxid.”

Kontakt: Daniel Caspary, Tel: +49 179 6974635