Textil-Handelskonflikt mit China abgewendet

Caspary begrüßt Verhandlungsergebnis von EU-Kommissar Mandelson

Caspary begrüßt Verhandlungsergebnis von EU-Kommissar Mandelson

EU-Handelskommissar Peter Mandelson hat heute dem Europäischen Parlament in Brüssel Bericht über seine jüngsten Verhandlungserfolge mit China erstattet. Mandelson konnte sich am Wochenende in Gesprächen mit dem chinesische Handelsminister Bo Xilai in Schanghai einvernehmlich auf eine Begrenzung chinesischer Textilimporte für die nächsten drei Jahre einigen. Das verabschiedete Stufenmodell sieht Obergrenzen für chinesische Exportsteigerungen von zehn Textil- und Kleidungsprodukten auf acht bis 12,5 Prozent pro Jahr vor. Die Regelung tritt unmittelbar in Kraft, die Quoten werden in den Folgejahren leicht erhöht. Daniel Caspary, Mitglied im Ausschuss für Internationalen Handel, begrüßte die Einigung ausdrücklich: “Wenn es bis Samstag zu keinem Ergebnis gekommen wäre, hätte Europa einseitige Importquoten verhängen müssen. Die jetzige Regelung ist fair für beide Seiten und verschafft der europäischen Wirtschaft Zeit, sich auf die veränderten Welthandelsbedingungen einzustellen.”

Die Importe aus China waren mit dem Ende des Quotensystems für den Textil-Welthandel zu Beginn des Jahres 2005 in zehn beobachteten Produktkategorien der Textilbranche sprunghaft angestiegen. Insbesondere die Einfuhr billiger Flachsgarne und T-Shirts haben die europäische Textilindustrie dabei vor ernste Wettbewerbsprobleme gestellt. “Ich bin ein nachdrücklicher Verfechter des freien Handels”, erklärte Mandelson heute in der Anhörung vor dem zuständigen Handelsausschuss des Europäischen Parlaments fügte aber hinzu: “Ich habe allerdings auch eine soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten der europäischen Textilwirtschaft und muss Sorge tragen, dass der Eintritt Chinas in den Welthandel für beide Seiten zufrieden stellend verläuft.” Daniel Caspary betonte, dass die einheimische Wirtschaft das nun geschaffene Zeitfenster aktiv nützen müsse: “Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir uns auf neue Technologien und Produktionsmethoden konzentrieren. Das Verhandlungsergebnis von Schanghai gibt der europäischen Textilwirtschaft die Möglichkeit, ihren Wettbewerbsvorteil auf diesem Gebiet auszubauen.”