Erneuerbare Energieträger weiter voranbringen

Caspary: Ideologisch geprägte Energiepolitik muss beendet werden

Caspary: Ideologisch geprägte Energiepolitik muss beendet werden

Mit Befremden hat der Europaabgeordnete Daniel Caspary das heutige Abstimmungsergebnis zum Anteil erneuerbare Energieträger im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie zur Kenntnis genommen: “Wir brauchen die Erneuerbaren als Teil unseres künftigen Energiemixes – darüber gibt es einen breiten Konsens”, so der Energiepolitiker der Europäischen Volkspartei. Als Gründe für den Ausbau erneuerbarer Energien nennt Caspary die Beseitigung der einseitigen Abhängigkeit vom Öl, das Abbremsen des globalen Treibhauseffekts und die Förderung innovativer Technologien in Europa. “Es ist jedoch auch kein Geheimnis, dass es auf diesem Gebiet noch substantielle technische Probleme zu lösen gibt. Solange die Sozialisten und die Grünen im Hause sich diesen Herausforderungen nicht stellen wollen, werden wir nicht zu einer ideologiefreien und vernünftigen Energiepolitik kommen können.”

Caspary zeigte sich erfreut, dass die Annahme einiger Änderungsanträge den Bericht von Claude Turmes entscheidend verbessert hätte. Gleichzeitig bedauerte er, dass insbesondere die Fraktionen der SPE, der Liberalen und der Grünen sich bei einigen Änderungsanträgen unseinsichtig gegenüber einer effizienteren Nutzung erneuerbarer Energieträger gezeigt haben. “Der Ausbau und die Nutzung der Windenergie in Europa ist beeindruckend. Gleichzeitig gibt es allerdings Probleme mit der Regelenergie und der Netzstabilität”, äußerte Caspary sein Unverständnis über das heutige Abstimmungsverhalten. “Wie man auf diesem Gebiet gegen die Ausweitung der bestehenden Forschungsbemühungen stimmen kann, ist mir unbegreiflich”, so Caspary weiter.

Kritisch sieht Daniel Caspary außerdem die Festlegung auf eine verbindliche Zielvorgabe, was den Anteil der erneuerbaren Energieträger am gesamten Elektrizitätsmix der Europäischen Union betrifft: “Um uns auf dem Weltmarkt zu behaupten, brauchen wir effiziente und moderne Technologien – nicht starre Zielvorgaben”, begründet Caspary seine Kritik. Die feste Zielvorgabe von 25 Prozent erscheint Caspary gleichermaßen unrealistisch wie kontraproduktiv: “Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen, was die Durchsetzung der erneuerbaren Energien anbelangt”, so Casparys Einschätzung der derzeitigen Stimmung unter den Bürgern. “Wir müssen aufpassen, dass die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Technologien nun nicht durch überhöhte Subventionen und unrealistische Zielvorgaben in ihr Gegenteil umschlägt.”

Um den erneuerbaren Energieträgern zu einer breiten und nachhaltigen Akzeptanz in der Gesellschaft und der Wirtschaft zu verhelfen, sollten die Chancen und die Grenzen gleichermaßen in den Blick genommen werden, so Caspary. “Die Erneuerbaren müssen sowohl ökologisch wie ökonomisch Sinn machen – sonst sind sie zum Scheitern verurteilt”, betonte der Energiepolitiker. Anstatt unausgereifte Technologien mit Macht auf dem Markt zu etablieren, sollte mehr Geld für Forschung und Forschung und Entwicklung abgezweigt werden, forderte Caspary und fügte hinzu: “Das bringt im Endeffekt mehr für den Energiemarkt, den Umweltschutz und die Verbraucher.”

Nach der heutigen Abstimmung erwartet Caspary nun Signale von der anderen Seite, wie im Juli im Plenum eine breite Mehrheit für die Erneuerbaren Energieträger erreicht werden könne: “Der jetzigen Beschlussfassung kann die Mehrheit in meiner Fraktion so nicht zustimmen”, bedauerte Caspary und fügte hinzu: “Ich hoffe wirklich, dass es hier noch zu substantiellen Änderungen kommt.”