Drastische Erhöhung der Strompreise erwartet

Caspary: EU muss Wettbewerbsverfahren gegen die Versorger prüfen

Caspary: EU muss Wettbewerbsverfahren gegen die Versorger prüfen

“Sollten die Energieversorger ihre Preise in den nächsten Wochen stark erhöhen, wird sich die EU-Wettbewerbsbehörde die Hintergründe genau ansehen müssen”, so Daniel Caspary, Energieexperte der Christdemokraten im Europaparlament. Wie das ARD-Magazin Plusminus in seiner heutigen Sendung berichten wird, müssen sich deutsche Endverbraucher in den nächsten Monaten auf drastische Strompreiserhöhungen einstellen. Sollten die Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse wie bislang direkt umgelegt werden, könnten Preissteigerungen von 25 bis 30 Prozent auf die Kunden zukommen. Plusminus stüzt sich bei dieser Prognose auf Untersuchungen von Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die seit längerem die Preisentwicklungen auf dem Strommarkt untersucht. Caspary: „Wegen der heute mangelnden Transparenz auf den Energiemärkten und den nur geringen Strommengen, die an der Strombörse Leipzig gehandelt werden, stellt diese heute keinen fairen Marktplatz für Stromkäufer dar. Preisabsprachen auf Kosten der Kunden wird die EU nicht durchgehen lassen. Notfalls müssen wir die großen Stromerzeuger zwingen, Daten über die Kraftwerksauslastung, geplante Revisionen und andere marktrelevante Informationen offenzulegen.“

Die Stromversorger halten sich bislang mit konkreten Zahlen zurück, schließen eine Strompreiserhöhung in den nächsten Monaten jedoch nicht aus. Der größte deutsche Stromversorger RWE nennt nach Auskunft von Plusminus die hohen Preise für Emissionszertifikate als Hauptgrund. Diese müssen die Versorger seit Anfang des Jahres erwerben, um die Kosten für den Austoß von Treibhausgasen zu kompensieren. Bislang werden die Zertifikate den Betreibern allerdings von der Bundesregierung zum überwiegenden Teil kostenlos zur Verfügung gestellt. Die jetzt geplanten Preiserhöhungen könnten also höchstens indirekt durch eine zu erwartende Verknappung der Zertifikate motiviert sein. „Wir werden daher die Entwicklungen auf dem Endkundenmarkt genau im Auge behalten“, versichterte Daniel Caspary. „Der Strompreis ist einer der Hauptfaktoren für unsere wirtschaftliche Entwicklung und den Erhalt von Arbeitsplätzen und hat für uns höchste Priorität. Mondpreise beim Strom wären untragbar.“

Die angesprochene ARD-Sendung Plusminus wird heute um 21:55 Uhr ausgestrahlt.