Textilimporte aus China: „Kommission muss auch Interessen von Handel und Verbrauchern wahren“

EU-Abgeordneter Daniel Caspary (CDU) für deutliche Erhöhung der Textileinfuhrquoten

EU-Abgeordneter Daniel Caspary (CDU) für deutliche Erhöhung der Textileinfuhrquoten

„Die EU-Kommission muß die derzeitigen Gespräche in China nutzen, um endlich an die Interessen der Verbraucher und des Handels zu denken,“ so der EU-Abgeordnete Daniel Caspary (CDU) zu den derzeitigen Textilgesprächen zwischen China und der EU. Es sei untragbar, daß wegen einiger europäischer Textilunternehmen, die sich in den vergangenen Jahren nicht ausreichend auf den Welthandel vorbereitet haben, nun Verbraucher, der Handel und zahlreiche deutsche Textilunternehmen ernste Schwierigkeiten bekämen.

Die europäische Textilindustrie hätte fünf Jahre Zeit gehabt, sich auf den Wegfall der Quoten für Textilimporte aus China zum 1. Januar 2005 einzustellen, so das Mitglied des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments. „Es ist geradezu ein Irrwitz, daß nun die Unternehmen, die sich auf die neue Situation eingestellt haben, durch die neuen Quoten vor ernsten Problemen stehen und die Firmen, die geschlafen haben, werden weiter durch die EU behütet. Diese Politik versteht kein Mensch,“ so Caspary.

Geklärt werden müssten nun endlich die praktischen Aspekte der Quoten und die Umsetzung des Kommissionsvorschlags: “Es gibt noch zahlreiche offene Fragen für die Importeure.” Unklar sei, welches Unternehmen welche Quoten zugeteilt bekomme und wer dies entscheide. “Was ist mit Kaufhäusern, die im Vertrauen auf das Auslaufen der Quoten große Mengen Waren bestellt haben? Bekommen sie ihre Waren oder bleiben die Regale leer?”, fragte der CDU-Europaabgeordnete.

Betroffen seien auch Textilunternehmen, die jüngst Teile der Produktion nach China verlagert und gleichzeitig Marketing und Vertrieb in Europa gestärkt haben. “Können Sie sich von ihren eigenen Fabriken in China beliefern lassen, oder haben sie wegen der erneuten Quoten nun einfach Pech gehabt?”, sagte Caspary.

Es dürften jetzt nicht diejenigen europäischen Unternehmen bestraft werden, die sich in den letzten Jahren erfolgreich restrukturiert hätten. “Der gesamte Sektor muss sich auf die Globalisierung einstellen. Das süße Gift des Protektionismus ist ein Schmerzmittel, das wir nur in sehr geringen Dosen verwenden dürfen. Wir dürfen nun als EU nicht das tun, was wir den Chinesen in der Vergangenheit immer vorgeworfen haben”, betonte der Handelsexperte der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament.