Zuckerrübenanbau in Nordbaden in Gefahr

Caspary: Vorschläge von Mariann Fischer-Boel schaden der nordbadischen Landwirtschaft

Caspary: Vorschläge von Mariann Fischer-Boel schaden der nordbadischen Landwirtschaft

Mit Ablehnung und Unverständnis hat der nordbadische Europaabgeordnete Daniel Caspary auf die unlängst bekannt gewordenen Vorschläge von Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer-Boel reagiert: „Die Vorschläge der Kommissarin schaden den einheimischen Landwirten, gefährden unsere Arbeitsplätze und bringen eher mehr als weniger Bürokratie.“ Der Außenhandelsexperte der christdemokratischen Fraktion weist außerdem darauf hin, dass vor der nächsten WTO-Verhandlungsrunde keine Zugeständnisse an andere Staaten gemacht werden sollten, um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen. „Wir sollten dies als sensibles Thema behandeln. Unsere Position gegenüber Brasilien muss gestärkt werden und wir müssen alles dafür tun, die Interessen der einheimischen Landwirtschaft zu wahren“, so Caspary.

Europaweit geht es um die Existenz von 375.000 Landwirten, 230 Zuckerfabriken und rund 300.000 Beschäftigten im Zuckersektor. In Deutschland sind 50.000 rübenanbauende Betriebe sowie 30.000 Arbeitsplätze in der Zuckerwirtschaft und in den vor- und nachgelagerten Bereichen betroffen. Zu begrüßen sei die Laufzeit der geplanten Agrarreform bis 2015, meinte Caspary, da dies den Bauern in der Region die nötige Planungssicherheit verschaffe.

Die Dumpingpreise auf dem Weltmarkt, die aufgrund der brasilianischen Überproduktion entstanden seien, müssten jedoch ein Faktor in der nächsten WTO-Runde sein, da diese lediglich einheimische Arbeitsplätze gefährden, für die Verbraucher aber keine Vorteile brächten. „Die Getreidepreise sind heute nur noch halb so hoch wie vor 40 Jahren. Wenn man sich die Preise beim Bäcker anschaut, so konnten die Verbraucher davon nicht profitieren“, so Caspary.

Preissenkungen von über 42 Prozent, wie von der Kommissarin vorgeschlagen, seien unverantwortlich. Damit würde dem Zuckerrübenanbau und der Zuckererzeugung in Europa schlagartig die Grundlage entzogen und der Zuckeranbau weiter auf Kosten von Mensch, Natur und Umwelt nach Südamerika verlagert. Die angekündigte „Umstrukturierung“ bringe lediglich den Verlust von Arbeitsplätzen und die Vernichtung von bäuerlichen Familienbetrieben. Caspary forderte deshalb unbedingt auch eine Neuverhandlung der „Alles-außer-Waffen“ Initiative (EBA) bei der WTO. Die EU-Kommission solle dabei gemeinsam mit den Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP) zu einer maßvolleren Regelung kommen.