EU erhebt Strafzölle auf chinesische Schuhe

Caspary: Notwendige und sinnvolle Maßnahme gegen Dumping

Caspary: Notwendige und sinnvolle Maßnahme gegen Dumping

Der Handelsexperte Daniel Caspary (CDU) hat die heutige Bekanntgabe von Strafzöllen gegen Schuhimporte aus China und Vietnam begrüßt: „Es handelt sich hierbei nicht um Protektionismus, sondern um eine notwendige und sinnvolle Maßnahme zum Anti-Dumping“, erklärte Caspary in Brüssel. Rund 50 Prozent der in Deutschland angebotenen Schuhe kämen aus dem ostasiatischen Raum und würden teils zu Dumpingpreisen auf den einheimischen Markt geworfen, ohne dass die Verbraucher gleichzeitig von diesen Importpreissenkungen profitieren würden, so Caspary zum Hintergrund der aktuellen Entscheidung. „Es wird höchste Zeit, dass die Europäische Union die Einhaltung der WTO-Regeln einfordert“, so Caspary, der die heutige Entscheidung ausdrücklich lobte.

Die EU-Kommission hat EU-Handelskommissar Peter Mandelson am Mittwoch das Mandat erteilt, über die Höhe der verhängten Strafzölle zu entscheiden. Eine Annahme ist für diesen Donnerstag geplant, gilt aber als Formsache. Die Zölle sollen vom 7. April an erhoben werden und über fünf Monate hinweg ansteigen, um den Handel in den EU-Staaten vor plötzlichen Kostenerhöhungen zu schützen. Nach bisherigen Planungen sollen sie im ersten Monat 4 Prozent und im fünften Monat 19,4 (China) und 16,8 Prozent (Vietnam) betragen.

„Wir brauchen den freien und fairen Marktzugang weltweit. Er ist wichtig für unsere Produzenten innerhalb der Europäischen Union. Und es ist wichtig, dass wir als Europäische Union die Regeln einhalten, denn wir verlangen das von den anderen Handelspartnern auch“, so Caspary. Es sei deshalb wichtig, dass die Durchsetzung der WTO-Bestimmungen notfalls auch durch Strafzölle eingefordert würde: „Wir müssen hier mehr Konsequenz als in der Vergangenheit zeigen und notfalls auch die Zähne zeigen“, meinte Caspary und fügte hinzu: „Die EU war bislang eher Bettvorleger als Tiger – aber auch Bettvorleger können Zähne zeigen.“