EU-Kommission macht Ernst mit Roamingpreis-Senkung

Regelung analog zu Banküberweisung / Senkung um bis zu 40 Prozent angepeilt

Regelung analog zu Banküberweisung / Senkung um bis zu 40 Prozent angepeilt

Der Europaabgeordnete Daniel Caspary hat die Ankündigung von EU-Kommissarin Viviane Reding ausdrücklich begrüßt, eine Senkung der Kosten für Handygespräche im Ausland notfalls gesetzlich zu erzwingen: „Alle Experten sind sich einig, dass die Roamingkosten derzeit unangemessen hoch sind. Wir haben die Mobilfunkbetreiber wiederholt aufgefordert, sich hier zu bewegen. Da dies nicht geschehen ist, müssen wir nun eben zu gesetzlichen Mitteln greifen.“ Am kommenden Dienstag möchte die Kommissarin auf einer Pressekonferenz das weitere Vorgehen der Kommission erläutern und auch auf die Ergebnisse des gestern abgeschlossenen öffentlichen Konsultationsverfahrens eingehen. Angestrebt wird anscheinend eine Senkung der Roaming-Preise um bis zu 40 Prozent.

„Wir sehen uns einer ähnlichen Situation gegenüber, wie damals bei den Banküberweisungen innerhalb der EU. Da die Banken keinerlei Entgegenkommen gezeigt hatten, konnten die bestehenden hohen Kosten von bis zu 50 Euro pro Überweisung auch erst durch eine EU-Richtlinie auf den heutigen Durchschnittswert von 1,50 Euro gesenkt werden“, so Casparys Einschätzung der Lage. Für die Kunden würde dies bedeuten, dass sie bei Gesprächen im Ausland annähernd dieselben Tarife zahlen würden wie im Inland. Die Mobilfunkbetreiber müssten sich dagegen auf die Reduzierung eines für sie derzeit äußerst lukrativen Teils ihres Geschäfts einstellen. Nach Angaben der Kommission gibt es hier unterschiedliche Zahlen der Mobilfunkbetreiber – die Einnahmen aus diesem Geschäftsfeld dürften Schätzungen zu Folge zwischen 5 und 15 Prozent liegen.

Die Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien wird ihre ursprünglich erst im April erwartete Ankündigung am Dienstag im Rahmen eines Treffens mit Kip Meek, dem Vorsitzenden der europäischen Regulierungsbehörden, machen.