MTV-Serie “Popetown” verletzt religiöse Gefühle

Caspary: Werbeanzeige vor Ostern ist Gipfel der Geschmacklosigkeit

Caspary: Werbeanzeige vor Ostern ist Gipfel der Geschmacklosigkeit

Der Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU) hat eine Werbeanzeige des Fernsehsenders MTV für dessen geplante Zeichentrickserie „Popetown“ aufs Schärfste kritisiert: „Die Veröffentlichung dieser Werbekampagne so kurz vor dem christlichen Osterfest ist der Gipfel an Geschmacklosigkeit und verletzt die religiösen Gefühle von Millionen von Christen“, erklärte Caspary, der zuvor in einem Brief an den Sender seine Empörung zum Ausdruck gebracht hatte. In der Anzeige ist ein offensichtlich gerade dem Kreuz entstiegener Jesus mit einer Fernbedienung in der Hand auf einem Fernsehsessel abgebildet. Die Überschrift dazu lautet: „Lachen statt Rumhängen“. Es sei eine Frage der gegenseitigen Achtung und Toleranz, religiöse Wertvorstellungen nicht derart mit Füßen zu treten, so Caspary.

Der Musiksender will die Zeichentrickserie mit korrupten Kardinälen und einem kleinen, dicken Papst, der auf einem Kinderspringstock durch den Vatikan springt, ab dem 3. Mai ausstrahlen. „Wir sind eine offene und tolerante Gesellschaft und wollen das auch weiter bleiben“, meinte Caspary und fügte hinzu: „Die Toleranz endet jedoch dort, wo religiöse Überzeugungen derart lächerlich gemacht werden. Das hat mit Presse- oder Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun und wirft ein schlechtes Licht auf die Autoren dieser Serie und den ausstrahlenden Sender“. Insbesondere nach der Debatte um die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed zeuge die Werbekampagne von Instinkt- und Respektlosigkeit: „Was für den Umgang mit den religiösen Wertvorstellungen Islam gilt, muss auch in Bezug auf andere Religionen gelten“, so Caspary. In Großbritannien wurde „Popetown“ nach massiven Protesten von christlichen Gruppen abgesetzt. Sollte MTV die Sendung nicht zurückziehen, sei dies auch in Deutschland eine adäquate Maßnahme, so Caspary.