Kritik an Hochgeschwindigkeitsstrecke Stuttgart-Paris

Caspary: „Es hilft nicht, wenn leere Züge schnell durch Europa fahren“ / Bahnchef Mehdorn soll Streichung von Baden-Baden überdenken

Caspary: „Es hilft nicht, wenn leere Züge schnell durch Europa fahren“ / Bahnchef Mehdorn soll Streichung von Baden-Baden überdenken

Der nordbadische Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU) zeigte sich enttäuscht über die Weigerung von Hartmut Mehdorn, bei der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Stuttgart und Paris einen Halt in Baden-Baden vorzusehen: „Es hilft uns nichts, wenn leere Züge schnell durch Europa fahren“, so Caspary, der sich in mehreren Briefen an den Bahnchef für den Erhalt der Haltestelle in Baden-Baden eingesetzt hatte. „Mit dem zweitgrößten Konzerthaus in Europa, dem Kasino und den Heilbädern trägt Baden-Baden wesentlich zu einem attraktiven Streckenangebot bei und sollte unbedingt erhalten bleiben“, erklärte Caspary heute in Brüssel. „Der Argumentation, dass Baden-Baden nicht genug „Potential“ für den internationalen Fernverkehr besitze, kann ich deshalb nicht folgen“, so Caspary.

Mehdorn hatte in einem Brief an Caspary mitgeteilt, dass die neuen Hochgeschwindigkeitszüge auf der im Bau befindlichen Schnellfahrstrecke auf der Fahrt zwischen Paris und Stuttgart nur je einen Unterwegshalt in Frankreich (Straßburg) und in Deutschland (Karlsruhe) realisieren würden, um damit die vereinbarte Gesamtreisezeit von 3 Stunden und 40 Minuten umzusetzen. Caspary zeigte sich enttäuscht, dass das alleinige Kriterium der Geschwindigkeit flexible Lösungen bei der Wahl der Haltestellen offenbar unmöglich mache: „Die Bürger können nur schwer begreifen, dass eine Verzögerung von lediglich 6 Minuten einen Halt in Baden-Baden unmöglich machen soll.“ Den Vorschlag bei Nancy auf französischer Seite ebenfalls einen zusätzlichen Halt einzuplanen, hatte Mehdorn mit Verweis auf die Streckenführung rundum abgelehnt.