Kommission zeigt Augemaß bei Roaming-Abzocke

Caspary: Regulierungsansatz der Kommissarin grundsätzlich begrüßt

Caspary: Regulierungsansatz der Kommissarin grundsätzlich begrüßt

Der Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU) hat den überarbeiteten Regulierungsansatz der Europäischen Kommission zu Auslandsgebühren für Handygespräche begrüßt: “Die Begrenzung der Großhandelspreise ist ein richtiger Schritt“, zeigte sich Caspary über den heute in Brüssel vorgestellten Richtlinienentwurf zum Thema Roaming erfreut. „Bei den Endkundenpreisen sollten wir jedoch auf den Marktansatz setzen, da ein funktionierender Wettbewerb wichtig für die Marktstrategie der Betreiber ist und den Kunden langfristig die günstigsten Tarife garantiert“, so das Mitglied des mitentscheidende Industrieausschusses. Zustimmung signalisierte Caspary auch, was die Begrenzung der Passiv-Gebühren anbelangt: „Die derzeitigen hohen Preise für ankommenden Anrufe im Ausland sind den Endkunden nicht länger zuzumuten“, so Caspary.

Kommissarin Viviane Reding hatte den zuvor im Gremium der 25 EU-Kommissare abgestimmten Regulierungsansatz heute in Brüssel vorgestellt. Danach sollen die Tarife für im Ausland getätigte Handygespräche signifikant gesenkt werden. Für Anrufe in die Heimat gilt danach künftig eine Obergrenze von 51 Cent pro Minute, für lokale Anrufe in das derzeitige Aufenthaltsland dürfen maximal 34 Cent berechnet werden. Die Passivgebühren für ankommende Gespräche sollen nicht komplett abgeschafft sondern auf 16 bis 17 Cent pro Minute begrenzt werden. In jedem Fall soll durch eine jährliche Überprüfung der Regulierungsbestimmungen auf die Preisbewegungen im Markt reagiert und das Funktionieren des Ansatzes somit überprüft werden. Mit dem jetzigen Entwurf hat die Kommissarin auf bestehende Kritik reagiert und sich von der ausschließlichen Orientierung am „Home-Price-Principle“, sprich: den Gebühren im Inland, verabschiedet.

„Die Mobilfunkbetreiber wären gut beraten, jetzt die bestehende Zeit zu nutzen, die der Regulierungsentwurf benötigt, um im Europäischen Parlament und im Rat verabschiedet zu werden“, so Daniel Caspary, der einen funktionierenden Markt einer Regulierung vorziehen würde. „Im Idealfall handeln die Mobilfunkbetreiber endlich selbst und vermeiden somit eine staatlich verordnete Regulierung“, so der Europaabgeordnete. „Die unlängst bekannt gegebenen Preissenkungen waren ein erster Schritt – nun müssen weitere Schritte folgen, sonst werden wir eine Regulierung durchsetzen“, erklärte Caspary. Kritik hatte der ursprüngliche Ansatz von Kommissarin Reding vor allem bei den großen Betreibern in der Branche hervorgerufen, die das Geschäft mit den Großhandelspreisen dominieren. Bei den kleineren Betreibern war der Entwurf in der Vergangenheit dagegen auf Zustimmung gestoßen.