Nukleare Sicherheit zu wichtig für das Abstellgleis

Caspary: Deutschland riskiert bei wichtigem Forschungsthema den Anschluss / Bundesforschungsministerin Schavan signalisiert öffentliche Unterstützung

Caspary: Deutschland riskiert bei wichtigem Forschungsthema den Anschluss / Bundesforschungsministerin Schavan signalisiert öffentliche Unterstützung

Der Europaabgeordnete Daniel Caspary hat sich dafür ausgesprochen, der nuklearen Sicherheitsforschung in Deutschland wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken und kann dabei auf die Unterstützung der Bundesforschungsministerin verweisen. In einem Brief an Frau Schavan hatte der CDU-Abgeordnete davor gewarnt, diesen sicherheitsrelevanten Bereich künftig weiter zu vernachlässigen: „Als wissensbasierte Nation können wir es uns nicht leisten, dass wir hier weiter ins Hintertreffen geraten“, erklärte der Caspary, der auf die generelle Entwicklung in Europa verwies: „Wir können nicht ignorieren, dass die Kernenergie in den uns umgebenden Ländern als Energiequelle mit Zukunft betrachten wird. Der steigende Ölpreis und der drohende Klimawandel werden diesen Trend eher verstärken“, erläuterte Caspary und hob dabei insbesondere den Sicherheitsaspekt hervor: „Nukleare Sicherheitsfragen machen an Landesgrenzen leider nicht halt. Deswegen müssen wir dringend die notwendige Kompetenz vorrätig halten.“

In einem Brief an die Bundesforschungsministerin hatte der nordbadische Europaabgeordnete unter anderem auf die Situation am Forschungszentrum Karlsruhe hingewiesen: Als öffentlich geförderte Einrichtung darf sich das FZK aufgrund eines von der damaligen Bundesregierung verfügten Gesetzes nicht mit sicherheitstechnischen Fragestellungen zu neuen Reaktorkonzepten befassen, obwohl dies für die Weiterentwicklung der kerntechnischen Kompetenz in Deutschland und die Mitgestaltung internationaler kerntechnischer Standards von hoher Bedeutung ist. In ihrem Antwortschreiben signalisierte die Ministerin ihre Unterstützung in dieser Angelegenheit und erklärte, dass mit öffentlichen Mitteln geförderte Wissenschaftler sich mit Fragen der nuklearen Sicherheitsforschung beschäftigen müssen. Was die Frage an einer deutschen Beteiligung an einem derzeit in Planung befindlichen französischen Materialforschungsreaktor betrifft, verwies die Ministerin auf eine laufende Prüfung in ihrem Hause.