Nukleare Forschung: Sicherheit ja, Abenteuer nein

Caspary widerspricht Tauss: FZK derzeit von aktueller Sicherheitsforschung ausgeschlossen / Unterstützung für Förderung durch EU-Gelder

Caspary widerspricht Tauss: FZK derzeit von aktueller Sicherheitsforschung ausgeschlossen / Unterstützung für Förderung durch EU-Gelder

Der Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU) hat seine Forderung nach einer Beschäftigung mit aktuellen Sicherheitsfragen im Forschungszentrum Karlsruhe bekräftigt: „Der deutsche Forschungsbeitrag droht derzeit vom Spitzenplatz direkt auf das Abstellgleis zu geraten, da wir hierzulande quasi nur an bestehenden Reaktoren der zweiten Generation forschen dürfen“. Caspary widersprach damit den Ausführungen seines Bundestagskollegen Jörg Tauss (SPD): „Das FZK unterliegt als öffentlich geförderte Einrichtung selbstverständlich den forschungspolitischen Vorgaben aus dem Jahr 2002“, stellte Caspary fest und fügte hinzu: „Es darf sich demnach nicht an der internationalen Sicherheitsforschung zu neuen Reaktortypen beteiligen“.

Dies habe neben der forschungspolitischen Kompetente auch direkte Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland: „Unsere Nachbarländer werden Reaktoren der dritten und vierten Generation bauen – mit oder ohne unsere Hilfe“, so Caspary. Wegen der geographischen Nähe sei dies jedoch auch für Deutschland relevant – selbst wenn hierzulande keine neuen Reaktoren geplant seien: „Ein Abschied Deutschlands aus der aktuellen Sicherheitsforschung wäre wahrlich ein >>Abenteuer<<, das so wohl niemand möchte“, stellte Caspary fest. Ausdrückliche Zustimmung signalisierte Caspary hingegen in Bezug auf den Vorschlag, den Wiedereinstieg in die aktuelle Sicherheitsforschung aus EU-Mitteln zu finanzieren: „Die Europäische Union würde ein Spitzeninstitut wie das in Karlsruhe gerne mit den notwendigen Mitteln unterstützen - wenn sie denn dürfte“, so Caspary. Schließlich habe das FZK bis zum Ausstiegsbeschluss wesentliche Vorarbeiten zum Sicherheitskonzept etwa des Europäischen Druckwasserreaktors EPR geleistet. „Leider darf die EU dies aufgrund der sinnlosen Vorgaben der rot-grünen Bundesregierung nicht“, beschrieb Caspary die derzeitige Situation. „Wenn mein Kollege in dieser Frage seinen Einfluss auf die SPD-Bundestagfraktion und den Bundesumweltminister geltend machen möchte, so hat er meine volle Unterstützung“, signalisierte Caspary.