Junge Männer durch Defizite bei Bildungsprogrammen benachteiligt

Daniel Caspary und Markus Pieper (EVP-ED/CDU): Geschlechterspezifische Benachteiligung / EU-Förderprogramme bisher nur für Frauen / Parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission

Daniel Caspary und Markus Pieper (EVP-ED/CDU): Geschlechterspezifische Benachteiligung / EU-Förderprogramme bisher nur für Frauen / Parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission

Zwischen der geschlechterspezifischen Förderung von Frauen und Männern In der Europäischen Union gibt es eine Schieflage. Darauf haben die beiden CDU-Europaabgeordneten Daniel Caspary und Markus Pieper hingewiesen und sich in einer parlamentarischen Anfrage an die Kommission gewandt. “Wir möchten wissen, was konkret an EU-Förderprogrammen in diesem Bereich geplant ist”, so Caspary und Pieper.

Die Bildungssituation junger Männer und männlicher Jugendlicher weist in den letzten Jahren erkennbare Defizite auf. Die PISA-Studie von 2000 hat eine durchweg schlechtere Lesekompetenz von Jungen an den Tag gelegt und die Bildungssituation der Jungen als eine der wichtigsten bildungspolitischen Herausforderungen bezeichnet. Die OECD hat 2003 die Jungenleseförderung als primäres Bildungsziel weltweit ausgerufen. Die Defizite bei der Jungenbildung spiegeln sich in höheren Schulabbrecherquoten und auch auf dem Arbeitsmarkt wieder: Über 60 Prozent der deutschen Jugendlichen ohne Schulabschluss sind männlichen Geschlechts. Laut Eurostat lag die männliche Jugendarbeitslosenquote im April 2003 um etwa 43 Prozent höher als die weibliche.

Bisher haben sich die EU-Förderprogramme im Bereich des Abbaus der geschlechterspezifischen Diskriminierung (sogenanntes “Gender Mainstreaming”) auf die sozialen Teilhabemöglichkeiten von Frauen konzentriert. “Wenn das Gender Mainstreaming keine ideologische Mogelpackung sein soll, dann müssen auch für männliche Jugendliche Fördermöglichkeiten geschaffen werden”, so die beiden CDU-Europaabgeordneten.