Feinstaubproblematik neu aufrollen

Studie entlastet Straßenverkehr / Wetter und geographische Lage entscheidend

Studie entlastet Straßenverkehr / Wetter und geographische Lage entscheidend

Im Zuge der Verabschiedung der Feinstaubrichtlinie im Europäischen Parlament hat der Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU) auf eine aktuelle Veröffentlichung des Fraunhofer Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme hingewiesen: „Feinstaub entsteht demnach zu einem weit geringeren Teil als bislang angenommen durch Autoabgase und ist in erster Linie durch meteorologische und geographische Gegebenheiten bedingt“, so Caspary. In Süd- und Mitteleuropa verursache die Meteorologie demnach eine deutlich höhere Feinstaubbelastung als in Nordeuropa. Die Forscher hatten festgestellt, dass die Einflussmöglichkeiten auf die Feinstaubbildung durch Tagesgrenzwerte zudem äußerst begrenzt seien. „Wir sollten vor diesem Hintergrund noch einmal neu über die gesamte Feinstaubthematik nachdenken“, regte Caspary an.

Das Europäische Parlament hatte im September eine flexiblere Handhabung der Feinstaubrichtlinie beschlossen und mehr Ausnahmen für die Kommunen festgelegt: Städte mit besonderen geographischen oder meteorologischen Gege¬benheiten dürfen den Ta¬gesgrenzwert von 50 Mi¬krogramm Feinstaub pro Kubikmeter künftig an 55 statt wie bisher nur an 35 Tagen überschreiten. Bei Schwierigkeiten kön¬nen Städte zudem eine Fristverlängerung von bis zu 6 Jahren beantragen. Im Gegenzug wurde der Jahresgrenzwert für Fein¬staubpartikel bis 10 Mikrometer (PM10) von 40 auf 33 Mikrogramm pro Kubikmeter gesenkt. „Angesichts der zitierten Forschungsergebnisse erscheint mir die Regulierung über Tagesgrenzwerte allerdings wenig sinnvoll“, so Caspary. Eine Reduzierung der Feinstaubbelastung sei sicherlich wünschenswert. Allerdings, so der Abgeordnete weiter, müsste sichergestellt sein, dass dafür auch die richtigen Mittel gewählt würden.