Daniel Caspary MdEP: Erhöhung der Milchquoten ist das falsche Signal für unsere nordbadische Landwirtschaft

Caspary: Landwirte dürfen nicht erneut zu existenzbedrohenden Preisen genötigt werden

Caspary: Landwirte dürfen nicht erneut zu existenzbedrohenden Preisen genötigt werden

Negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Nordbaden und dem Nordschwarzwald befürchtet der nordbadische Europaabgeordnete Europaabgeordnete Daniel Caspary (CDU): “Der Vorstoß der EU-Kommission, die Milchquote im kommenden Jahr um zwei Prozent anzuheben, kommt zum falschen Zeitpunkt, da derzeit weder die Markt- noch die Preisentwicklung auf dem Milchsektor absehbar sind”. Vielmehr müsse es zunächst vorrangiges Ziel sein, das Marktgeschehen und die Erzeugerpreise zu stabilisieren. Einer eventuellen Preissenkung aufgrund der Erwartung höherer Quoten sollte dagegen nicht Vorschub geleistet werden. “Die EU sollte auf eine Quotenerhöhung für das Milchwirtschaftsjahr 2008/2009 zu verzichten. Besser wäre es stattdessen, die momentane Unterdeckung des Marktes um zwei Millionen Tonnen durch eine europäische Saldierung nicht genutzter Quoten auszugleichen und dann die Marktentwicklung abzuwarten, bevor neue Entscheidungen getroffen werden”, erklärte der nordbadische Europaabgeordnete. Die Erhöhung der Milchquote würde die Existenz vieler Milchbauern in Nordbaden gefährden, da sie sich erneut einem ruinösen Preisdruck durch die Handelskonzerne stellen müßten.

Die von der Kommission vorgeschlagene Erhöhung der Quote würde die Mitgliedstaaten zur Produktion von 2,8 Millionen Tonnen an Milchprodukten zusätzlich ermächtigen. Gleichzeitig hätten die europäischen Milchbauern aber bereits jetzt bestehende Quoten in Höhe von zwei Millionen Tonnen nicht ausgeschöpft. Hinzu komme eine reguläre Erhöhung der aktuellen Quoten um einen halben Prozentpunkt zum 1. April 2008. “Es nützt niemandem, wenn die Quoten auf dem Papier noch weiter angehoben werden, dem aber keine reale Produktion folgt. Stattdessen sollten erst einmal alle vorhandenen Möglichkeiten ausgeschöpft werden und diejenigen Länder, die mehr produzieren können, durch eine Saldierung ungenutzter Quoten anderer Mitgliedstaaten die Erlaubnis dazu erhalten”, so Caspary. “Die heimischen Milchbauern in der Region müssen die Möglichkeit bekommen, ihre vorhandenen Produktionskapazitäten voll ausschöpfen zu können ohne dass es zu Wettbewerbsnachteilen gegenüber Produzenten aus anderen Mitgliedstaaten kommt.” Caspary plädiert dafür die derzeitigen Preise für Milch in die Bewertung einzubeziehen. “Die derzeit auskömmlichen Preise für die Landwirte dürfen nicht durch die Milchquotenerhöhung konterkariert werden.” Eine Erhöhung der Milchquoten diene auch nicht automatisch den Verbraucherinteressen. “Es ist nicht nachvollziehbar warum ein um von sechs Cent erhöhter Abgabepreis beim Landwirt zu einem Preisaufschlag für den Verbraucher um 30 Cent durch die Handelskonzerne führt.”

Im Übrigen sei die im Laufe des kommenden Jahres anstehende Debatte um die Überprüfung der Gemeinsamen Agrarpolitik (‘Health check’) der richtige Rahmen, um den Weg zu einem möglichen Quotenausstieg bis 2015 zu diskutieren. Dabei müssten jedoch auch die wichtigen Fragen zur Finanzierung und zur Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum beantwortet werden.