Daniel Caspary MdEP: EU-Rohstoffstrategie: Handelspolitisch Zähne zeigen

Kommission hat Handlungsbedarf erkannt / Zugang zu Rohstoffen in Handelsabkommen integrieren / Importabhängigkeit verringern

Kommission hat Handlungsbedarf erkannt / Zugang zu Rohstoffen in Handelsabkommen integrieren / Importabhängigkeit verringern

Die künftige Sicherung der EU-Rohstoffversorgung ist auch eine Frage der Handelspolitik. Das sagte der CDU-Europaabgeordnete Daniel Caspary anlässlich der heutigen Vorstellung der Rohstoffstrategie durch die Europäische Kommission. “Die Kommission hat den Handlungsbedarf erkannt. Wir müssen unsere Importabhängigkeit verringern und gleichzeitig unsere Handelspolitik auf Rohstoffzugang ausrichten”, so Caspary.

“Die Importabhängigkeit der EU auf diesem Gebiet ist leider eine Tatsache. Wir können aber Zähne zeigen und unsere handelspolitischen Instrumente auch wirklich einsetzen. Das heißt konkret, dass wir an die Export-Zölle für Rohstoffe ran müssen. Das muss auf die Tagesordnung für die weiteren Verhandlungen der Doha-Runde”, sagte der CDU-Handelsexperte.

Die EU müsse ihre Rohstoffpolitik mit der Entwicklungszusammenarbeit verknüpfen. “Wir sind weltweit der größte Geber bei der Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern Afrikas und Südamerikas. Wir dürfen daher auch mit einem sehr guten Gewissen auf ein Entgegenkommen dieser Länder beim Rohstoffzugang Wert legen”, so Caspary.

Bei Partnerschaftsabkommen mit Drittstatten müsse die Rohstoffversorgung fundamentaler Bestandteil werden. “Das gehört künftig zum ABC von Abkommen mit Drittländern. Das gilt sowohl für die AKP-Staaten als auch für Schwellenländer und künftige Wirtschaftsmächte wie China, Indien, Russland oder Brasilien”, sagte der CDU-Europaabgeordnete.

Von Anfang 2003 bis Ende 2006 sind die Rohstoffpreise um über 80 Prozent gestiegen (Quelle: Rohstoffindex Hamburgisches Weltwirtschafts-Archiv). Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe rechnet mit einer Verdopplung der Rohstoffnachfrage bis zum Jahr 2040.