Internationalisierung europäischer KMU (Aussprache)

Daniel Caspary (PPE ). – Frau Präsidentin, geschätzter Herr Kommissar! Uns ist allen klar, dass wir angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise dringend neue Alternativen und Wachstum brauchen. Uns sollte spätestens in der Schuldenkrise vieler Mitgliedstaaten klar sein, dass teure Stimuluspakete nicht finanzierbar sind. Und wenn man sich die Politikergebnisse der letzten Jahrzehnte anschaut, dann war Keynes sicherlich nicht die Antwort auf die Probleme.

Die Frage ist also: Wie können Alternativen aussehen? Und die Frage ist: Wo findet Wachstum statt, an dem wir partizipieren können? Ich bin Othmar Karas dankbar, dass er sehr deutlich aufgezeigt hat, wo in der Welt derzeit Wachstum stattfindet. Wenn wir uns überlegen, was uns hindert, an diesem Wachstum teilzunehmen, dann möchte ich ausdrücklich auf die Probleme im Bereich des modernisierten Zollkodex hinweisen, die auch die Kollegen Theurer und Muscardini angesprochen haben. Ich weiß, dass die Kommission hier scheinbar blind vorgeht, dass die Bedenken, die das Parlament schon in verschiedenen Debatten vorgebracht hat, die auch in verschiedenen Ausschüssen thematisiert wurden, leider bis heute ignoriert werden. Aber ich wäre sehr dankbar, wenn die Kommission endlich unsere Bedenken ernst nehmen und sich Gedanken machen würde, wie man im Hinblick auf die Ursprungsregeln vielleicht noch einige Dinge retten kann.

Um nochmals auf die Frage zurückzukommen: Wo findet Wachstum statt? In aller Regel außerhalb der Europäischen Union! Wir stellen fest, dass es in Europa Regionen gibt, wo kleine und mittelständische Unternehmen auf den Weltmärkten sehr erfolgreich sind. Und ich frage mich: Sind wir im Rahmen der Europäischen Union in der Lage, aus diesen Best-Practice -Beispielen zu lernen? Ist es die richtige Antwort, dass wir jetzt in einigen Ländern der Welt europäische Handelskammern aufbauen? Oder wäre es nicht vielleicht eine bessere Antwort, wenn wir versuchen würden, mit den Handelskammern, mit den Institutionen und Organisationen, die bewiesen haben, dass sie in der Lage sind, ihre kleinen und mittelständischen Unternehmen in die anderen Märkte der Welt zu bringen, besser zu kooperieren und alles daran zu setzen, dass unsere Organisationen in den verschiedenen Mitgliedstaaten sich hier besser abstimmen und besser voneinander lernen?

Ich wäre sehr dankbar, wenn auch die Europäische Kommission hier eine Initiative ergreifen könnte.